Montag, 9. Mai 2011

Die IASN - Integrative Approaches for Special Needs Conference

Die schon öfters erwähnte internationale Konferenz - die IASN - in unserem Center rückt nun auch immer näher!
Am 10. und 11. Juni ist es soweit. In den letzten Wochen haben wir fleißig und ein bisschen ziellos Einladungen an Institute, Ärzte, Krankenhäuser und Verbände verschickt.

Nach und nach trudelten viele, viele Absagen herein. Und die erfreuliche Zusage aus Osteuropa wurde auch wieder zurückgezogen - aus Angst vor Tsunamis und Naturkatastrophen - so die Begründung.


Mal schauen wie die Planung nun weitergeht wenn Prasad heute aus der Schweiz zurückkommt. So recht können wir uns grade noch nicht vorstellen wie diese Veranstaltung dann aussehen wird. Wir werden sehen.

Der Link zur IASN- Seite

Sommerworkshop in der Prayatna-School


Während der zweimonatigen Sommerferien veranstalten gerade zwei Mütter einen freiwilligen Sommerworkshop, an dem die Eltern gemeinsam mit ihren Kindern teilnehmen können.
Der workshop ist wirklich eine willkommene Abwechslung im Arbeitsalltag. So waren wir letzte Woche mit der workshop-Gruppe im Schwimmbad, es wurde getöpfert, gespielt, gebastelt und zu Musik gemalt.




Es war richtig schön zu sehen wie manche Kinder im Beisein der Mütter/Väter (ja, sogar ein Vater war mit von der Partie) erst so richtig aufblühen




Wir sind schon gespannt und freuen uns darauf wie es diese Woche weitergehen wird!


Familienurlaub da wo der Pfeffer wächst - Kerala

Über Ostern hatte ich Besuch von meinen Eltern und Leonie. Ich war ziemlich aufgeregt meine Familie nach 8 Monaten wiederzusehen, dazu noch ich "so" einem Land... Es war unglaublich wie schnell es sich normal angefühlt hat mit meiner Familie durch Pune zu streifen.
"Beim Mittagessen war's noch komisch und beim Abendessen schon ganz normal"
....um es mit Leonies Worten auszudrücken :-)
Ich hab diese zwei Wochen Familienzeit total genossen. Es hat mir Spaß gemacht ihnen "meine" Stadt Pune und mein indisches Leben zu zeigen.
Und unser gemeinsamer Urlaub im sündindischen Bundesstaat war einfach traumhaft schön: Portugiesisch angehauchte Kolonialbauten, chinesische Fischernetze,Meer, Strand, Palmen, Tempel, Kirchen, Berge, Wasserfälle, Tee- und Gewürzplantagen....








Montag, 11. April 2011

Schon lange nix mehr gehört? Na das liegt wohl an den vielen Urlauben, die hier unseren Alltag durchschneiden und das wird in Zukunft nicht anders sein. Jana bekommt am Wochenende Besuch von ihrer Familie und ist zwei Wochen aus dem Haus (unter anderem in Kerala) und ich werd direkt im Anschluss einen kleinen Ausflug nach Südindien unternehmen.

Zur vergangen Woche brauch in vielleicht gar nicht viel zu sagen. Da sollten die Bilder für sich sprechen. Goa ist einfach Goa: Strand, Sand, Meer, Hitze, Palmen, Fisch, kitschige Sonnenuntergänge und immer ein wehendes Lüftchen, in dem sich besonders viele ausländische Touristen in Bikinis, knappen Hosen und einschneidenden Oberteilen tummeln.

Da ich bisher noch gar nicht weiter von meiner Rajasthanreise berichtet habe, sind jetzt auch einige Bilder hier zu bewundern. Im Großen und Ganzen eine sehr schöne Reise mit unzähligen neuen Eindrücken aus diesem riesigen Land und einer schönen Zeit mit meiner Schwester und meiner Mutter.

Wenn ich mir die vielen bisher gemachten Fotos anschaue, wird mir übrigens auch bewusst, wie vielfälltig Indien ist und, dass man hier innerhalb eines Landes sehr günstig reisen kann und dabei sämtliche Landschaftstypen der Erde zu sehen bekommt. Das macht unseren Aufenthalt umso spannender :-) und man möchte mit dem Herumfahren fast schon nicht mehr aufhören, aber das müssen wir ja nicht:
Kerala ruft, danach gehts noch in den hohen Norden Richtung Sikkim und hier in der Region haben wir auch noch einige schöne Berglandschaften, die eine Wanderung wert sind.

Dienstag, 22. März 2011

It's burning!

Guten Morgen liebe Sorgen!

Na auch schon eingeloggt? Dann gibt's jetzt einen exklusiven Tages- und Kliniks-Zwischenbericht:

1. Morgens ganz unschuldig und unwissend aufgestanden, gefrühstückt, Brote geschmiert und ab die Post zur Arbeit...

2. Die Sekretärin war heut zur Abwechslung mal pünktlich, also keine Wartezeiten auf Schlüssel und co.

3. Niemand weit und breit zu sehen, ausser unser geschätzter Kollege Kapil: unsere heißeste und derzeit überaus überschäumende Informationsquelle!

4. Kurzer Plausch mit der Informationsquelle:

Ich hatte mir gestern mal erlaubt nach einer Bohrmaschine zu fragen, um in unserem Schlafzimmer ein Loch fürs Moskitonetz in die Wand zu bekommen. Kapil berichtete uns dann heut morgen, dass er den Chef gefragt habe und der ihm erzählte, die Bohrmaschine wäre nicht da und wir könnten sie nicht haben. Kapil hatte sie aber selber oben im Privatbereicht von Dr. Oswal plaziert und konnte sich noch gut daran erinnern. Der Chef hatte ihm außerdem aufgetragen, uns mizuteilen, dass es keine Bohrmaschine gäbe. Warum das? - fragt man sich nun. Keine Ahnung! Wir hätten sie auch nicht kaputt gemacht, sondern uns professionelle Hilfe vom Hausmeister geholt. Na ja, Kapil wird das Ding wohl jetzt illegal aus der Klinik schmuggeln ... hat er mir am Ende noch versprochen!

5. In der Klinik brennt's!
Das Gespräch war natürlich noch etwas länger. Man hat ja am Vormittag nicht viel zu tun, wenn es so ruhig und menschenleer im Center ist.
Kapil kriegt da unten eine Menge mit und dass hier so Einiges nicht stimmt, haben wir ja bereits mitgekriegt, aber was heut noch an Informationen hinzukam, war für meinen von der Hitze schon ziemlich geschädigten Kopf leicht überfordernd. Die Familie Oswal scheint sich im Großen und Ganzen untereinander nicht wirklich grün zu sein und Dr. Oswal ist wohl einer der schwerwiegensten Gründe dafür. Was er da genau macht, weiß sowieso keiner. Seine Tochter Pooja hat laut Kapil selbst nicht wirklich viel Ahnung von der G Therapy und fragt bei jedem Patienten erstmal ihren Vater, bevor sie ihn behandelt. Der Schwiegersohn ist sowieso nur hier, weil er der Schwiegersohn ist, gibt generell keine G Therapy, wenn Patienten zu ihm kommen und verbringt den größten Teil des Tages wenn möglich in seiner eigenen schicken Klinik, die auch etwas zentraler in unserem Stadtteil gelegen ist. Vater und Sohn Oswal verstehen sich angeblich gar nicht gut, weshalb Prasad auch sein Büro im Center schon seit einigen Jahren nicht mehr wirklich nutzt und überhaupt kriegen alle Patienten die gleiche Medizin und nur ein Zehntel der Ingridenzien in den Schränken der Medizinkammer wir überhaupt genutzt.
5. Noch Fragen? - Ja, ich auch nicht. Mir reicht das erstmal für heute. Aber schön war er doch, unser morgendlicher Plausch. Gerne wieder! Vielen Dank, Kapil :-)


Montag, 21. März 2011

Im Rausch der Farben ?

Seit einer Woche tönt es von überall „we will play Holi this weekend“. Es steht mal wieder eines der vielen hinduistischen Feste vor der Tür.
Aber was ist Holi eigentlich?
Jedes Jahr wird im Hindu-Monat Phalugna (Feb./März) zu Vollmond Holi gefeiert. Mit dem Farbenfest soll der Winter endgültig abgestreift werden und mal wieder der Sieg des Guten über das Böse gefeiert werden. Die zweite Beschreibung scheint eine universale Begründung für jedes Fest zu sein. Wenn man sich genauere Informationen erhofft muss man schon eher Google zur Rate ziehen.

Zu Holi begrüßen sich die Menschen mit pinker und roter Farbe, die sie sich auf Kopf und ins Gesicht stäuben. Die wildere Variante ist das Auflösen des Farbpuders in Wasser… Wasserspritzpistolen sind seit Anfang der Woche im Handel und der Reiseführer rät: Alte Klamotten tragen und den Kopf rechtzeitig einziehen.

So viel zur Theorie. Man muss wohl kaum erwähnen, dass wir ganz schön gespannt waren, was uns am Sonntag so erwarten würde.
Den Holi-Sonntag haben wir bei Ashish verbracht. Die Einwohner der Society haben dort im Hof ein kleines Holi Fest organisiert. Bei netter Garagen-Feten-Athmosphäre wurde man dann von jeder einzelnen Person im Gesicht mit Farbpulver eingerieben und bekam ein freunliches "HappyHoli" entgegengeschmettert.
Wer eine Wasserspritzpistole dabei hatte, konnte sich dann damit austoben und dem ein oder anderen dazu verhelfen, dass die Farbe noch besser von der Haut aufgenommen wurde.


Die Leute aus der Society, die zum größten Teil auch schon etwas betagter waren, beließen es allerdings bei der Trockenfarbe und zelebrierten das Fest lieber mit einigen indischen Snacks, einem anschließenden Lunch und einem netten Plausch mit den Nachbarn und Verwandten.
Wie zu Hause bei Mama: gemütliche Sonntagsrunde, nettes Zusammensitzen und den Tag dahinschweben lassen - mit nur einem kleinen Unterschied - Farben über Farben auf Gesicht und Klamotten!





Montag, 14. März 2011

Indien. Indien? Indien! Indien, Indien - Indien; Indien?! Indien...

Total indisch hier! Das ist Indien und so ist indisch. Zu dieser Aussage hat jeder Mensch sein ganz persönliches Bild, seine ganz persönliche Vorstellung.
Ein Bild, das durch Erfahrungen, Erzählungen, Filme, Erlebnisse, Fotos, Bücher, Geschichten, Ausbildung, Bildung und Erziehung, Religion, Herkunftsland, kultureller Hintergrund und vieles mehr geprägt wird.

Indien&Indisch - zwei Worte, die das unmögliche möglich scheinen lassen: Ein Land in Worte zu fassen. Man kann die einzelnen Facetten eines Landes sehen, während ein Land - genau so wie ein Mensch - unbegreifbar und ungreifbar bleibt.

Letzte Woche hat mich ein Mädchen gefragt, warum "wir" - die Ausländer - immer das dörfliche, das "schlechte" Indien fotografieren. Nun ja, Ochsenkarren, Obsthändler, Märkte, offene Kloaken, Kabelchaos, alte Häuser, Müllberge, marode Leitungen.... - sind für uns viel spannender und interessanter als große Malls, wie wir sie von zu Hause kennen.

Trotzdem sollten wir euch, liebe Blogverfolger, diese Indienfacette nicht vorenthalten. Also ganz offiziell: Auch das ist Indien!