Mittwoch, 29. Dezember 2010

Alle Jahre wieder...


 ... ist Weihnachten dann auch ganz schnell wieder vorbei. So ging es auch uns in Pune.
Den Heiligen Abend haben wir sehr weihnachtlich - sehr deutsch - und doch sehr anders verbracht.
Wir, die acht Freiwilligen vom DRK, haben uns in der Wohnung von Jana S., Franzi, Lennart und Katrin getroffen um den heiligen Abend gemeinsam zu verbringen.
Dank laut schallender Weihnachtsmusik, Mikrowellenplätzchen, von zu Hause importierter Plätzchen und jeder Menge weihnachtlicher Dekoration kam sogar wirklich ein bisschen Weihnachtsstimmung auf.
Erwähnenswert ist an dieser Stelle natürlich unser wunderbar ausklappbarer und zurechtzupfbarer Plastikweihnachtsbaum. Ich kann euch sagen, es hat durchaus seine Vorzüge, wenn man Äste einfach zurechtbiegen kann und nach dem Schmücken keine blutigen Hände hat. Ganz schön praktisch so ein Designerbaum! Er hat sogar ein bisschen genadelt, aber leider nicht nach Tanne geduftet ;-)
Dank Katrins fleißig päckchen-versendenden Eltern wurde der Baum sogar bis in die Spitze original "german" dekoriert. Ganz im Gegensatz zu dem Tischweihnachtsbaum, der unsere Wohnung ziert (Fotos werden noch nachgereicht).


Gemeinsam haben wir dann sündhaft teuer eingekauft um uns am Abend an importiertem Käse, Wurst, Thunfisch, Oliven, Brot, Nudelsalat, Kartoffelsalat, Kürbiscremesuppe und Mousse au chocolat zu erfreuen - was für ein Festmahl. Hier in Indien wird man doch deutscher als man denkt! 
So wurden selbstverständlich Weihnachtslieder gesungen, bevor die Wichtelgeschenke und die Päckchen aus der Heimat geöffnet werden durften.



Diese recht gemütliche Runde wurde aus zeittechnischen Gründen sehr rasch beendet, da wir Mädels gerne in die Messe um 10:00 Uhr gehen wollten. Weihnachtslieder trällernd marschierten wir mit Nikolausmützen zur "Kirche".
Die katholische Weihnachtsmesse entpuppte sich als Massenveranstaltung auf einem Sportplatz. Die erhofften vertraut klingenden Weihnachtslieder blieben leider aus, anstattdessen beschallte eine Band die Gemeinde mit  indischen Klängen. Die Interpretation des einzig bekannten Liedes "Engel auf den Feldern" machte es gar nicht so leicht das Stück zu identifizieren. So eine Messe hatte wohl noch niemand von uns erlebt. Insbesondere die Art und Weise wie der Pfarrer predigte erschreckte uns. Er erhob sich über die Gemeinde und alle Nichtchristen. Die Predigt glich eher einer vorwurfsvollen, arrogant vorgetragenen Standpauke. Da wir uns das bisschen Weihnachtsstimmung nicht noch weiter kaputt machen wollten und uns teilweise richtig fremdschämten, beschlossen wir den Gottesdienst vorzeitig zu verlassen. In einem Punkt waren wir uns dann aber alle einig - das Gottesdiensterlebnis wird unter der Kategorie "Erfahrung" in Erinnerung bleiben.

Nach der Kirche rückten auch schon einige andere deutsche Freiwillige an, die wir bisher garnicht so gut kennen. Der gemütlich-weihnachtliche Teil des Abends war dann auch irgendwie vorbei  und wir saßen noch bis in den Morgen zusammen und erfreuten uns an Plätzchen, Glühwein&Co.

So huschte der heilige Abend, auf den man sich irgendwann dann richtig gefreut hat, an uns vorbei. Die Ruhe nach dem Sturm... unter diesem Motto erlebten wir den ersten Weihnachtsfeiertag, an dem alles wie immer und doch ganz anders war. Da war es dann doch ein wenig komisch zu wissen, was zu Hause gerade alles passiert, während "Weihnachten" hier mit einer kurzen Stichflamme verpufft war.
Unsere Geschenke stehen zwar noch schön neben unserem schicken Designerbäumchen und die Plätzchen-Glühweinsaison auch dauert noch ein wenig an, aber trotzdem hatte uns der indische Alltag sofort wieder zurück.
Den Abend des 25. verbrachten wir dann in Gesellschaft von Johnny Depp und Angelina Jolie in der Spätvorstellung und den Sonntag mit der kulturweit-Freiwilligen Meike und ihrem Freund auf dem Hügel hinter dem Ferguesson-College.



Nun widmen wir uns wieder den alltäglichen Dingen wie tropfenden Wasserhähnen, semifunktionierenden Kühlschränken, dem Verschicken von Einladungen zur Internationalen Konferenz am CLSHM (deren Termin immer weiter nach hinten wandert....) und dem Planen unserer nächsten Urlaube. Man braucht ja auch nach Weihnachten so seine kleinen Vorfreuden ;-)

Wir hoffen, dass ihr, liebe Blogleser&leserinnen, ein schönes Weihnachtsfest verbracht habt und wünschen vorsoglich schon einmal einen guten Rutsch ins Jahr 2011.


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