Donnerstag, 30. September 2010

Nostalgische Zeiten

Are you coming home tonight?

http://www.youtube.com/watch?v=FlcKFkQL0mA

Heute ist es genau vier Wochen her, dass ich um ca. 16:00 Uhr den deutschen Boden verlassen habe.
In vier Wochen kann man unglaublich viel sehen, erleben, denken, hören, riechen, fühlen, schmecken.... das hat der letzte Monat hier eindeutig bewiesen.

Man kann sich in vier Wochen an vieles gewöhnen. Man beginnt sich immer mehr einzuleben und in manchen Momenten auch ziemlich wohl zu fühlen.
Manchmal überrascht einen die Verrücktheit des Landes, der Menschen und es scheint gerade zu absurd, dass "das" gerade wirklich passiert, dass "das" für das nächste Jahr ein Teil des eigenen Lebens sein wird  - VERRÜCKT.



In vier Wochen ist aber auch so einige Zeit in Nostalgien zu schwlgen. Da werden aus der Ferne Dinge sichtbar, denen aus der Nähe, im deutschen Alltag, viel zu selten Beachtung geschenkt werden. Da denkt man an guten Kaffee und die liebe Kaffeegesellschaft, an den beginnenden Herbst, an würzig schmeckendes Vollkornbrot, an wunderbar kleine Kinos, in denen Filme jenseits von Bolly- und Hollywood gezeigt werden, an vertraute Orte, an gemeinsam verbrachte Urlaube, Momente, an das eigene Fahrrad, an Seespaziergänge, an einen großen, frischen Salat, an einen Backofen in dem diverse Dinge fabriziert werden können, an Vogl- und andere Caféhäuser, an den Ofen im Wohnzimmer, ruhige Fußgängerzonen und Waldwege.... ja da sieht man die vielen, kleinen Wunderdinge und -menschen zu Hause mal wieder ganz klar und das kann auch ein sehr schönes Gefühl sein.

M. Ibrahim in Indien


ich liebe sie, diese kleinen Läden, in denen man alles und nichts finden kann. Da werden Klopapier, CDs, Töpfe, Joghurt ...und andere unerwartete Dinge auf 4 m² verkauft.
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Montag, 27. September 2010

Besitzverwechselung?

Heute darf ich euch eine neue Rubrik vorstellen: „Indisch geben und Indisch nehmen“.
Das Ganze ist eigentlich ganz einfach. Man mache sich auf den Weg zu dem wahrscheinlich am schönsten gelegenen heiligen Haus in Pune, dem Pavarti-Hill-Tempel. Falls Monsun-Zeit ist, wartet man am Besten bis es anfängt, so richtig schön zu schütten. Wer eine Regenjacke dabei hat, wie wir, darf sie natürlich verwenden und sich dem Wasserstrom, der die Stufen herunter rinnt, entgegenstellen. Oben angekommen lohnt es sich, eine kurze Rast auf den Stufen zum Vor-Tempel zu machen, um mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen. Jana durfte sich sogar von einem netten etwas zu aufdringlichen Inder ohne Erlaubnis am Knie anfassen lassen. Wenn diese Hürde genommen ist, können so aufmerksame und liebevolle Personen, wie zum Beispiel ich, mit kleinen Jungs Geldmünzen tauschen. Ich besitze jetzt also statt einem österreichischen Mozart-Gedenk-Euro eine japanische 10-Yen Münze (vielleicht aber auch irgendeine andere Währungseinheit - ich kann‘s leider nicht entziffern). Das war wahrscheinlich das erste Verlustgeschäft des Tages!
Nachdem man ein wenig ausgeruht hat und der Regen nachgelassen hat, kann man zum Haupttempel emporsteigen. Dort heißt es vorm Eingang allerdings erstmal: Achtung Schuhe aus!
Von der oberen Tempelmauer hat man einen wunderschönen Blick über die Stadt, der gern auch von indischen Pärchen und Jugendgrüppchen genutzt wird. Wenn man das Ganze in vollen Zügen genossen hat und alle indischen Mitbürger ein heimliches Foto von den "Weißen" gemacht haben, kann man sich langsam wieder nach unten begeben. Jetzt ist der Spaß natürlich noch nicht vorbei. Das schönste kommt erst noch. Wenn einem die eigenen Schuhe am Ausgang nicht mehr gefallen, nimmt man sich einfach die Besten, die man findet und verschwindet spurlos damit. Leider war ich in diesem Fall diejenige, der die schönen Schuhe gehörten! Großes Pech! Da ich mit dem Fahrrad unterwegs war und das in Pune ohne Schuhe nicht so gut geht (Zwecks schnellem Absteigen oder Abspringen bei Gefahr), musste ich mich wohl oder übel ebenfalls am bereitstehenden Schuhsortiment bedienen. Ich schaute mir ein paar billige Flip-Flops aus, ging zielgerichtet hin, zog sie an und nichts wie weg! Was für ein Tag!
Falls jemand in der nächsten Zeit in Pune unterwegs ist und jemanden mit den unten abgebildeten Sandalen herumspazieren sieht, darf er/sie ihm mit nettem Gruß von mir mal kräftig auf die Füße treten!


Sonntag, 26. September 2010

Ghost Rider


Achtung liebe Straßenverkehrsteilnehmer von Pune!
Derzeit sollten Sie besonders im Bereich Kondhwa, aber auch in nördlicher Richtung (MG Road, Koregaon Park) sehr umsichtig fahren. Diese Woche wurden bereits mehrmals zwei Fahrradfahrerinnen mit weißer Hautfarbe gesichtet. Sie erhitzten vor allem bei männlichen Indern und Kindern die Gemüter und beeinträchtigten durch ihre schiere Anwesenheit erheblich den Verkehr. Wir möchten also hiermit alle Auto-, Motorbike-, Rikscha-Fahrer und Fußgänger darauf hinweisen, dass dies zwei ganz normal Menschen sind und keine bösen Geister. Falls Sie die beiden Personen (siehe Foto) wieder erkennen, brauchen Sie also weder hupen noch starren.
Konzentrieren Sie sich einfach auf die Straße sowie auf entgegenkommende und kreuzende Verkehrsteilnehmer, damit auch Sie morgen noch kraftvoll in einen Apfel beißen können und nicht ins Gras. Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit!
Ja, liebe Nicht-Puner wir sind seit Dienstag stolze Fahrradbesitzerinnen. Was uns vor dem Kauf nicht so klar war: die Inder finden das nicht gerade normal. Hier fahren nämlich laut unserer Yoga-Lehrerin Kusum nur arme Leute mit dem Bicycle. Da wir in unserem Stadtteil mehr oder weniger die einzigen hellhäutigen Mädels sind - außer Ischa und Ida, aber die sind indisch und haben englische Vorfahren - fallen wir enorm auf. Jeder Bike- Fahrer dreht sich um, sobald er an uns vorbeigefahren ist und wenn man an Männer-Grüppchen vorbeikommt, kann man sich vor den sehsüchtigen und interessierten Blicken kaum schützen.
Allerdings können wir auch nicht zurück lächeln, falls mal jemand gut aussehendes dabei ist. Wir tragen nämlich unseren obligatorischen OP-Mundschutz (ohne ist es absolut unvorstellbar beim hiesigen Smogaufkommen). Apropos, wer an der Quelle sitzt und uns noch mehr von diesen praktischen Luftfiltern schicken möchte, kann das gerne tun!

Freitag, 24. September 2010

Lichtblicke

http://www.youtube.com/watch?v=kSZJvNlEQTg&feature=related

... unser Lichtblick (im wahrsten Sinne des Wortes) an diesem Freitag Abend ist der deutsche Film "Lichter" im Goethe-Institut Pune.
Angesichts einer sehr aktenreichen, sortierwütigen Woche und dem generellen Filmaufgebot in indischen Kinos freuen wir uns sehr auf dieses kleine Stück "Heimat" am heutigen Abend.

...ach und an alles in Deutschland Weilenden, schätzt die Filme, die euch das Fernsehen und das Kino zu zeigen vermögen - ein Traum gegen Bollywood.
Bisher konnte uns dieses Genre noch ganz und garnicht überzeugen, vielleicht ändert sich dies, wenn wir das Angebot als Statisten in einer Bollywoodproduktion mitzuwirken beim nächsten Mal, zeitlich unterbringen können.

Dienstag, 21. September 2010

Sunday Closod


... die indischen Uhren ticken anders, das habt ihr, liebe "papadum-Leser", mittlerweile wohl auch schon erkannt. Dementsprechend unterscheiden sich auch die Öffnungszeiten der Läden, während in Deutschland zwischen 18:00 und 19:00 langsam alles geschlossen wird (außer Kaufland und Rewe natürlich), geht's hier erst so richtig los. Da wird um 21:00 noch ein Zahnarztbesuch, ein Frisörbesuch, der tägliche Einkauf oder ein "Shoppingbummel" getätigt. Ja, die meisten Läden haben auch am Sonntag auf - die meisten.
Nachdem wir uns am Samstagabend, die um insgesamt 900 Rupies runtergehandelten Fahrräder (worauf wir auch ein bisschen stolz sind), doch zu kaufen, war ausgerechnet der Fahrradladen geschlossen.
Alternativ haben wir uns dann eben zu einem Abstecher in die Altstadt, die Laxmiroad, entschieden. Um Geld zu sparen haben wir extra auf die Rikscha verzichtet und sind zu Fuß losgezogen, dass das Weiße wohl eher selten zu tun pflegen haben wir schnell gemerkt. Da wurden uns nicht nur interessiert-verblüffte Blicke zugeworfen, sondern gleich Mal ein Beweisfoto mit dem Handy von uns geschossen...
Trotzdem haben wir unseren kleinen "Marsch" ganz und garnicht bereutt. Es war als würden wir von der städtischen MG-Road in viele, kleine Dörfer kommen. Vorbei an Schlüsselmachern, Messerschleifern, kleinen, chinesisch beeinflussten Häusern, spielenden Kindern, uralten Wägen&Fahrrädern, an Schuhmachern, Müllbergen, Kühen, Ziegen und vielen anderen kleinen, so vollgestopften Lädchen.
Die Laxmiroad selbst war unglaublich "crowded"... Dr. Shree konnte es garnicht glauben, dass wir so verrückt sind an einem Sonntag, noch dazu während des Ganesha-Fests, dorthin zu gehen. Die rummeligen Straßen konnten es allerdings nicht verhindern, dass die "indischen" Läden und Stände unsere Herzen höher schliegen ließen...;-) Angesichts der Menschenmassen, die mit Blumen und Kokosnüssen zum Ganesha-Altar strömten, entschlossen wir uns den Rückzug anzutreten. Wir werden wieder kommen. Das ist gewiß :-)

Heute, nach der Arbeit, werden wir es zumindest ein zweites Mal versuchen zu unseren Fahrrädern zu kommen. Mal sehen, ob wir uns dann auch wirklich mit unseren tollen, grünen Mundschutze und zwei Fahrrädern durch den Verkehr nach Hause kämpfen werden...das kann man hier alles nicht so genau sagen. Wie gesagt, die indischen Uhren ticken etwas anders...
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Für Ingenieure und Sicherheitsfanatiker


Wer uns in Indien besuchen möchte, sollte sich von solchen Bildern nicht abschrecken lassen. Dennoch bin ich hin und wieder auch leicht verunsichert von den Vehikeln, die in dieser wirtschaftlich aufstrebenden Nation herumfahren. Was etwas beängstigend ist: selbst Gasflaschen werden unbekümmert in der prallen Sonne herumstehen gelassen. Bei derzeitigen Temperaturen mag das ja noch gehen, obwohl schon jetzt die enorme Kraft der Sonne auf der Haut spürbar wird, sobald sich die Wolken verziehen. Im Sommer, also ab März wird es dann so richtig schön heiß und dann werden wir solche Gasbehälter lieber nicht mehr von nahem fotografieren.
Wer trotzdem noch kommen will, darf gerne auch mal mit uns zusammen in einen indischen Bus steigen. Sehr interessantes Fahrgefühl! Wir haben das am Samstag mal ausprobiert, um möglichst günstig in die Innenstadt zu kommen. Kostet zwar nur 9 Rupies, ist aber auch verdammt anstrengend, wenn man keinen Sitzplatz hat und zusammengedrängt mit lauter Indern im geräumigen Mittelgang steht. Ständig drängeln sich Leute vorbei, um vorne auszusteigen und der Fahrkartenmann hat auch keine Berührungsängste. Ruckeliges Anfahren und plötzliches starkes Bremsen sind im Preis enthalten und wenn es mal aus technischen Gründen nicht weitergeht, dann wird der Motor so lange malträtiert, bis es wieder geht. Am Bahnhof angekommen, suchten wir eifrig nach der Touri-Info. Die war leider nicht auffindbar und in Indien nach einem Busfahrplan zu fragen ist eine dumme Idee. Natürlich gibt es da keinen. Man fragt einfach die Leute an der Bushaltestelle oder am Busbahnhof und dann bekommt man schon irgendwie heraus, ob da was kommt oder nicht und wer lange genug wartet, wird es schon irgendwie und irgendwann an sein Ziel schaffen. Vorteile haben auf jeden Fall diejenigen die Devangari lesen können! Die wissen dann zumindest schon mal grob, in welche Richtung ein Bus fährt. Wir können das leider noch nicht und fragen uns deshalb fröhlich durch. Riksha fahren ist allerdings sehr viel angenehmer, wenn auch teurer, obwohl viele Fahrer kaum englisch sprechen und den Weg nicht immer kennen. Aber die fragen dann einfach auch die Leute auf der Straße.
Ist uns letzten Freitag auch passiert. Eine nette Deutsche nahm uns in ihrem Auto mit in den Außenstadtbezirk hinter Kondhwa, wo die rießigen Touri-Paläste und Reichen-Societies nur so aus dem Boden schießen. Sie brachte uns zu "Smokies Brewhouse", einem relativ teuren aber nicht besonders empfehlenswerten Restaurant mit Braukesseln in einer absolut überdimensionierten Hotelanlage. Jedenfalls war die Fahrt zurück sehr abenteuerlich, weil sich der Rikscha-Driver im Nirgendwo verfahren hatte und die Leute an der Straße sehr verschiedene Ansichten zur richtigen Wegführung hatten. Am Ende stand die Meter-Anzeige auf 281. Obwohl wir einen Festpreis von 50 Rs ausgemacht hatten, bestand der nette Fahrer auf 200 Rs, also taten wir ihm den Gefallen, weil er uns Leid tat und wir Dank seiner Orientierungslosigkeit einen netten Ausflug durch leicht ländlichen Gegenden machen durften.